Wer nach einer Rechtsschutzversicherung sucht, sucht meistens nach einem Preis. Der Preis entsteht aber erst aus einer Entscheidung, die davor liegt: welche Bausteine überhaupt im Vertrag stehen. Vier davon sind in Deutschland üblich, und sie decken vier getrennte Lebensbereiche ab.
Diese Seite beschreibt, was in den Bausteinen üblicherweise steht. Sie vergleicht keine Angebote, nennt keine Anbieter und sagt niemandem, welchen Baustein er braucht. Das hängt an Umständen, die nur der Leser kennt, und die Entscheidung gehört zu den Bedingungen und zu einer Person, die dazu beraten darf.
Privatrechtsschutz
Der Grundbaustein. Er greift im privaten Alltag: Streit um einen Kaufvertrag, um eine Reise, um eine Rechnung, um Schadensersatz nach einem Unfall, der kein Verkehrsunfall ist. In vielen Bedingungswerken ist er die Voraussetzung dafür, dass weitere Bausteine überhaupt abgeschlossen werden können.
Typische Grenzen: Streit um Kapitalanlagen, um Erbschaften und um Familienangelegenheiten ist häufig nur als Beratung enthalten oder ganz ausgeschlossen. Wo genau die Grenze verläuft, unterscheidet sich stark, und genau deshalb steht die Frage danach auf dem Fragenzettel der Startseite.
Berufsrechtsschutz
Er betrifft das Arbeitsverhältnis: Kündigung, Abmahnung, Zeugnis, Lohn, Überstunden, Urlaub. Er wird meistens nur zusammen mit dem Privatbaustein angeboten.
Eine Besonderheit gehört hierher, weil sie oft überrascht: Vor dem Arbeitsgericht trägt in der ersten Instanz jede Seite ihre eigenen Anwaltskosten, unabhängig davon, wer gewinnt (§ 12a Arbeitsgerichtsgesetz). Ein Kostenrisiko besteht also auch dann, wenn man Recht bekommt. Das ist einer der Gründe, warum dieser Baustein überhaupt nachgefragt wird.
Verkehrsrechtsschutz
Der Baustein rund um die Teilnahme am Straßenverkehr: Unfall, Bußgeld, Fahrverbot, Streit um die Regulierung, Verfahren um den Führerschein. Er ist der einzige, den viele Anbieter auch einzeln verkaufen, ohne Privatbaustein.
Zwei Fragen entscheiden über den Zuschnitt. Erstens: Gilt der Schutz für eine Person oder für ein Fahrzeug? Bei der Personenlösung sind Sie auch als Radfahrerin, als Fußgänger und als Beifahrer in fremden Autos geschützt. Zweitens: Wie wird bei einem Vorsatzvorwurf verfahren? Ein Strafverfahren wegen eines vorsätzlichen Delikts ist am Ende regelmäßig nicht gedeckt, die Kosten werden bei einer Verurteilung wegen Vorsatzes zurückgefordert.
Wohnungs- und Grundstücksrechtsschutz
Er betrifft das Wohnen: Streit mit der Vermieterin über Nebenkosten, Mieterhöhung, Eigenbedarf, Kaution und Mängel, je nach Vertrag auch Nachbarschaftsstreit und Auseinandersetzungen in einer Eigentümergemeinschaft.
Die wichtigste Grenze steht in fast jedem Bedingungswerk: Baurecht rund um die Errichtung, den Umbau und die Sanierung von Gebäuden ist ausgeschlossen. Wer baut, ist über diesen Baustein regelmäßig nicht geschützt.
Wie die Bausteine zusammenwirken
Bausteine überschneiden sich nicht zufällig, sie grenzen aneinander. Ein Unfall auf dem Weg zur Arbeit ist Verkehr, der Streit über die Lohnfortzahlung danach ist Beruf. Ein Wasserschaden ist Wohnen, der Streit mit dem Handwerker darüber kann Privat sein. Bei jedem Fall stellt sich zuerst die Frage, welcher Baustein zuständig ist, und erst danach, ob er greift.
Deshalb ist die Zusammenstellung der Bausteine keine Frage von mehr oder weniger Schutz, sondern eine Frage danach, welche Lebensbereiche jemand tatsächlich hat. Beantworten kann das nur er selbst.